Schönstatt-Bewegung: Geschichte

Brücke in die Welt

Die Schönstattbewegung ist in der Schweiz zu einer «Brücke in die Welt» geworden. Die Bewegung verbindet bis heute allein in unserer kleinen Schweiz Menschen aus über 80 Nationen, die in unserem Land leben. Das Zentrum Neu-Schönstatt besuchen Pilger, Seminar- und Feriengäste aus der ganzen Welt.

Heimat für zahlreiche Menschen

Schönstatt-Heiligtum wird die kleine Schönstatt-Kapelle liebevoll genannt. In seiner über 60-jährigen Geschichte ist das «Heiligtum» und der Ort darum herum für unzählige Menschen und Generationen zu einer wirklichen Heimat geworden, zu der sie immer wieder gerne heimkehren. Hier leben und wirken Marienschwestern.

Ursprung und Wachstum

Die Schönstätter Marienschwestern haben in Quarten ihr Daheim gefunden. Das Provinzhaus der Schweizer Schwestern wurde 1948, noch vor dem Bau des Schönstatt-Heiligtums im Jahre 1955, in Quarten erworben. Der Gründer der internationalen Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich, weilte persönlich mehrmals im Haus der Schwestern und gab diesem Ort auch den Namen «Neu-Schönstatt». Er verband damit den Wunsch, dass auf diesem Fleckchen «Schweizer Erde» ein neues, echtes Schönstatt werde. Dass von hier aus Schönstatt weiter wachse über unsere Grenzen hinaus in viele Länder und Nationen.

Grundkraft der Liebe

Die Kernbotschaft der Heiligen Schrift vom Gott der Liebe, der den Menschen immer neu seinen Bund anbietet, ist ein zentrales Element der Spiritualität Schönstatts. Die Heilsgeschichte bezeugt viele solcher Bündnisse. Ihren Gipfelpunkt finden sie im «Neuen Bund», im Tod und in der Auferstehung Jesu Christi. Gott bietet diesen Bund der Liebe jedem Menschen an. Im Taufbündnis sagen wir unser «Ja». Maria kann uns dabei Vorbild sein. In ihr sehen wir den Menschen, der sich ganz für Gott öffnet und im Bund mit ihm lebt. Wie Maria und mit ihr im Liebesbündnis verbunden, wollen wir neue Menschen werden, die aus der Grundkraft der Liebe leben.

Praxis der Spurensuche

Die Schönstattbewegung ist entstanden durch aufmerksames Achten auf die Zeichen Gottes und mutiges Eingehen auf seine Wünsche. Der Glaube an den Gott des Lebens und der Geschichte, prägt das Leben der Bewegung. Dafür hat sich in der Schönstattbewegung die Praxis der sogenannten Spurensuche herausgebildet: es geht darum die Zeichen der Zeit neu lesen zu lernen in den Dingen, Ereignissen und Begegnungen. Gottes Wünsche entdecken und ihm eine Antwort der Liebe geben. Ein zeitgemäßer Weg der Heiligkeit im Alltag.

Nichts ohne dich – nichts ohne uns

Wie Jesus seine Jünger gesandt hat, so erwählt er auch heute Menschen, die das Evangelium in die Welt tragen. Gott braucht die Menschen als seine Mitarbeitende an der Schöpfung und an einer guten Welt. Die Kurzformel für das Liebesbündnis greift diesen Gedanken auf: Nichts ohne dich – nichts ohne uns. Alle, die das Bündnis schließen wollen Apostel sein für die heutige Zeit und an dem Platz, wo sie stehen ihr „Apostolat“ pflegen: in Familie und Beruf, in der Pfarrei oder in anderen apostolischen und sozialen Projekten.

Neues modernes Gesicht für den Glauben

Ursprungsort wie geistlicher Mittelpunkt ist Schönstatt, ein Ortsteil von Vallendar bei Koblenz. Die Schönstattbewegung ist eine internationale geistliche Erneuerungsbewegung und eine Vereinigung von Gläubigen in der katholischen Kirche mit apostolischer Ausrichtung. Die föderal aufgebaute Bewegung wird koordiniert durch das sogenannte Generalpräsidium, das seinen Sitz in Schönstatt hat. Das Ziel des Gründers Josef Kentenich war es, der Kirche und dem Glauben der Christen ein neues, modernes Gesicht zu geben. Schönstatt kann als Vision Kentenichs verstanden werden, wie die Kirche in Zukunft aussehen könnte, wenn sie sich organisatorisch weiterentwickeln und weiterhin Menschen zu Jesus Christus führen will.