Gemeinsam beten - mit den Marienschwestern beten

In dieser Krisenzeit beten wir Schwestern im Schönstatt-Heiligtum die Novene «Was immer ist: Mit Maria» und den Rosenkranz und bitten die Gottesmutter, allen, die auf unser Gebet vertrauen und sich zu Hause unserem Gebet anschliessen, beizustehen und Gottes besonderen Schutz zu erbitten. Wir laden Sie ein, in ihrer Gebetsecke zu Hause mitzubeten.

Novene "Was immer auch ist: Mit Maria!"

1. Tag: «Die Schutzmantelfrau»

«Mutter, nimm uns sorgsam unter deinen Mantel,
dass im Himmel allezeit sei unser Wandel;
schütz vor Hunger uns, vor Seuchen und vor Bränden,
uns, die wir in grosser Not uns an dich wenden.»

(Ausschnitt des «Notgebet» von Pater J. Kentenich,
entstanden im KZ Dachau)

Den Text der dritten Zeile hat Pater Kentenich öfter geändert. Er spricht hier von Not, die unmittelbar und drängend vor den Menschen steht. Wir wenden diesen Text in unserem Sinne an. Auch wir sprechen von Not - aber von der Not des Herzens, die wir heute bei uns und bei anderen entdecken. Pater Kentenich hat das Gebet im Konzentrationslager Dachau geschrieben. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs rückte die Front mit ihren Gefahren auch auf Dachau zu.

Der Text spricht zu uns

Die Schutzmantelfrau - ein beliebtes Marienbild des hohen Mittelalters - zeigt die Gottesmutter als eine erhabene Gestalt mit einem weiten Mantel, unter dem Menschen versammelt sind als kleine Gestalten. Betrachtet man solche Bilder, dann hat man den Eindruck: Die Angst hat sie dorthin geführt. Und jetzt geht es ihnen besser.

Schutzmantelmadonna - Schloss Sayn

«Mutter, nimm uns sorgsam unter deinen Mantel» - hier geht es nicht um geschäftliche Routine, um Präszision oder professionelles Können, sondern um eine sorgsame Zuwendung. Man stelle sich also vor: Die mächtigste Frau, die es je auf der Erde gegeben hat oder geben wird, wendet sich uns zu und berührt uns mit ihrer Aufmerksamkeit - dort, wo unsere Not ist.

Und unter dem Mantel der Madonna verliert das Böse seine Macht. Das war damals Hunger und die Bedrohung durch den Krieg oder die Pest. Für uns heute ist es neben der äusseren auch die innere Not:

  • Wird unsere Gesundheit erhalten bleiben?
  • Werden wir unseren Arbeitsplatz behalten? Wir kennen andere, die ihn verloren haben.
  • Werden unsere Kinder noch gläubig sein, wenn sie erwachsen sind?
  • Wird der Partner uns treu sein?
  • Wir sind enttäuscht an uns selber.
  • Wir trauen uns nicht, unsere Meinung zu sagen.
  • Wir fürchten, wir sind bei anderen nicht anerkannt. Da gibt es immer wieder böse Bemerkungen, die uns dann zugetragen werden.

In der Schule von Pater Kentenich

Wir suchen unseren Weg, verbunden mit Pater Kentenich. Er war ein Mann Gottes. In seinem Leben finden wir: Er wurde von Gott berührt - besonders, wenn er selber in Not war.

Er wurde uuerst nicht zum Priestertum zugelassen. Sein Provinzial fragte ihn: «Haben Sie die Entscheidung der Leitung vernommen?» Pater Kentenich sagte: «Ja.» «Was sagen Sie dazu?» - «Gottes Fügung.»

In diesem Augenblick taucht er ein in Gott, der ihn trägt. Er wird ruhig und ist bei Gott, seinem Vater, zu Hause. Später hat er dann anderen diesen Weg gezeigt. Er nennt ihn den «praktischen Vorsehungsglauben». Er sagt in einem anderen Gebet zum ewigen Vater:«Ich fahr mit dir durch Finsternis und Nacht,
weil deine Liebe immer für mich wacht.»

Und jetzt ganz praktisch:

Wir suchen die Verbindung mit Pater Kentench und sagen: «Nimm mich mit! Nimm uns mit, dass wir wie du auf Gott vertrauen können. Wir halten uns an dir fest. Nimm uns mit.»

Hier noch einmal die Strophe aus dem Notgebet.
Sie kann uns den ganzen Tag begleiten, wie ein kleines Stossgebet.

«Mutter, nimm uns sorgsam unter deinen Mantel,
dass im Himmel allezeit sei unser Wandel;
schütz vor Hunger uns, vor Seuchen und vor Bränden,
uns, die wir in grosser Not uns an dich wenden.»

Sogn Gieri, Rhäzüns GR